Ein Jahr Ehrenamtskneipe Rumbeck. Ein Gespräch mit Nils Küderling
Manchmal entstehen gute Ideen nicht im Büro, sondern da, wo sie hingehören: an der Theke. So ungefähr muss man sich auch die Geburtsstunde der Ehrenamtskneipe des TuS Rumbeck vorstellen. Ein Jahr ist das Projekt nun alt – und Grund genug, mit Nils Küderling, einem der Macher hinter der Idee, auf das erste Jahr zurückzublicken. Natürlich nicht ohne ein paar Anekdoten, Dorfsprüche und ehrliche Kneipenwahrheiten.

Manchmal entstehen gute Ideen nicht im Büro, sondern da, wo sie hingehören: an der Theke. So ungefähr muss man sich auch die Geburtsstunde der Ehrenamtskneipe des TuS Rumbeck vorstellen. Ein Jahr ist das Projekt nun alt – und Grund genug, mit Nils Küderling, einem der Macher hinter der Idee, auf das erste Jahr zurückzublicken. Natürlich nicht ohne ein paar Anekdoten, Dorfsprüche und ehrliche Kneipenwahrheiten.
Ein Jahr Ehrenamtskneipe Rumbeck
Ein Gespräch mit Nils Küderling – dem Mann, der das Dorf wieder an die Theke gebracht hat
Am 14.03.2026 geht es in die nächste Runde!
„Das Tennisheim ist viel zu schade, um leer zu stehen“
Die Idee zur Ehrenamtskneipe kam nicht über Nacht.
„Die Idee schlummerte eigentlich schon länger in unseren Köpfen“, erzählt Nils. Nach Veranstaltungen im Tennisheim standen die Beteiligten oft noch zusammen und stellten fest: Dieses Gebäude ist viel zu schön, um nicht mehr Teil des Dorflebens zu sein.
Viele Rumbecker erinnern sich schließlich noch gut daran, dass das Tennisheim früher ein beliebter Treffpunkt war.
Der berühmte Moment kam dann wohl nach dem Seniorennachmittag 2024. Ein schöner Tag ging zu Ende, die Stimmung war gut – und irgendwann fiel der Satz, der viele Dorfprojekte ins Rollen bringt:
„Komm… wir machen das jetzt einfach mal.“
Gesagt, getan. Rumbeck hat schließlich schon ganz andere Dinge gestemmt.
Der Eröffnungsabend – und plötzlich war die Bude voll
Die Erwartungen für die Premiere waren eigentlich recht bodenständig.
Ein paar Gäste, ein bisschen quatschen, vielleicht eine Runde würfeln oder Karten spielen.
Die Realität?
Vollhaus.
„Ich habe das Tennisheim noch nie so gut gefüllt gesehen“, sagt Nils heute noch etwas ungläubig. Der Andrang war so groß, dass selbst die Organisatoren überrascht waren. Die Besucher hatten einen tollen Abend, die Stimmung war hervorragend und das Feedback durchweg positiv.
Kurz gesagt:
Die Ehrenamtskneipe war geboren – und Rumbeck hatte wieder eine Kneipe.
„Wir sind aufm Dorf – da findet sich immer eine Lösung“
Ob es Momente gab, in denen das Projekt zu scheitern drohte?
Nils winkt direkt ab.
„Wir sind aufm Dorf. Da gibt es sowas nicht.“
Wenn irgendwo ein Problem auftaucht, findet sich meistens auch jemand, der eine Lösung parat hat.
Oder einen Schlüssel.
Oder einen Anhänger.
Oder noch ein paar Fässer Bier.
Und damit sind wir auch schon bei der ersten legendären Panne.
Wenn plötzlich das Bier knapp wird…
Beim allerersten Termin im März passierte es tatsächlich:
Das Bier wurde knapp.
In einer Kneipe ist das ungefähr so sinnvoll wie ein Fußballspiel ohne Ball. Doch wie es im Dorf eben läuft: Irgendwer kennt irgendwen, der noch irgendwo ein Fass stehen hat.
Kurze Zeit später war die Versorgung, dank der Feuerwehr Arnsberg, gesichert – und der Abend gerettet.
Die goldene Zapfschürze geht an… Werner!
Natürlich lebt eine Ehrenamtskneipe von ihren Helfern. Und davon gibt es viele.
Doch wenn man einen Namen besonders hervorheben müsste, dann wäre das laut Nils:
Werner.
„Die goldene Zapfschürze bekommt auf jeden Fall unser lieber Werner.“
Werner ist sich nie zu schade für die späten Schichten und steht immer bereit – nicht nur bei der Ehrenamtskneipe. Ein echtes Dorf-Original eben.
Überhaupt ist die Helfersituation beneidenswert:
Die Schichten sind schnell besetzt und viele packen regelmäßig mit an.
Oder wie man in Rumbeck sagt:
Hinter der Theke macht Ehrenamt offenbar genauso viel Spaß wie davor.
Der legendärste Abend? Ganz klar: Bingo!
Jeder Abend hatte etwas Besonderes. Aber wenn man das Wort „legendär“ bemühen möchte, dann fällt ein Termin sofort ein:
Der Bingo-Abend im November.
Der Bingomaster lieferte ein wahres Feuerwerk aus Sprüchen, Charme und guter Laune. Die Gäste hatten Riesenspaß – und plötzlich wurde klar:
Rumbeck kann nicht nur Biergarten.
Rumbeck kann auch Bingo-Show.
500 Liter gute Laune
Ein Blick auf die Zahlen zeigt ebenfalls, dass das Projekt funktioniert:
-
3 Öffnungstermine im Jahr 2025
-
ca. 500 Liter Bier gezapft
-
8 Helfer pro Abend im Thekendienst
-
dazu viele weitere Unterstützer beim Aufbau, Einkauf und Aufräumen
Wie viele Gäste insgesamt da waren?
„Keine Ahnung – aber definitiv mehr als wir erwartet haben.“
Beim beliebtesten Getränk gab es dagegen keinen Zweifel:
Frisches Veltins Pils vom Fass.
Mehr als nur eine Kneipe
Für Nils ist die Ehrenamtskneipe vor allem eines: ein Treffpunkt.
Ein Ort, an dem man sich auf ein Getränk trifft, eine Runde würfelt, Karten spielt oder einfach ein bisschen Dorfklatsch austauscht.
Besonders schön: Viele Gäste kommen sogar von außerhalb vorbei. Manche Radfahrer entdecken die Kneipe zufällig auf ihrer Sauerland-Tour und legen spontan einen „Einkehrschwung“ ein.
Die Zukunft: Bingo, Biergarten und neue Ideen
Auch für die Zukunft gibt es schon einige Pläne.
Sicher gesetzt ist:
-
der Bingo-Abend im November
-
ein Sommertermin im Juli mit Biergarten
Außerdem schwirren im Dorf bereits viele neue Ideen herum:
-
Knobelturnier
-
Kartoffelsalat-Wettbewerb
-
Oktoberfest
-
Rumbecker Rocknacht
Ob und wann diese Formate kommen, hängt vor allem von einer Sache ab:
genug freiwillige Helfer.
Denn ohne Ehrenamt läuft eine Ehrenamtskneipe nicht.
Wo steht die Kneipe in fünf Jahren?
Die Antwort von Nils kommt ohne langes Nachdenken:
„Als feste Veranstaltung in unserem Dorf. Gerne auch mit ein paar mehr Terminen.“
Und wenn die Stimmung weiterhin so bleibt wie im ersten Jahr, stehen die Chancen dafür ziemlich gut.
Denn eins hat Rumbeck in den letzten zwölf Monaten bewiesen:
Eine Kneipe braucht nicht unbedingt einen Wirt.
Aber sie braucht Menschen, die sie mit Herzblut betreiben.
Oder, um es ganz einfach zu sagen:
Rumbeck hat wieder eine Theke – und das Dorf steht dahinter. 🍻

